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Studie

Proxysuche und Beziehungsgefüge

Zwar ist die Informationssuche im Gesundheitsbereich durch eine:r stellvertretende:n Person (Proxyseeking) weit verbreitet, doch ist über den anschließenden Kommunikationsaustausch und wie das auf Beziehungsebene wirkt zwischen der stellvertretenden Person und der betroffenen Person nur wenig bekannt.

Anhand des Kommunikationsmodell von Lasswell – das untersucht, wer was an wen über welchen Kanal und mit welcher Wirkung kommuniziert – sowie Tomasellos Konzept der Kommunikation als Kooperation untersucht die Studie die Kommunikations- und Beziehungsstrukturen von Proxysuchenden und Betroffenen.

Es wurden halbstrukturierte Online-Interviews mit n = 53 Stellvertretern und n = 25 entsprechenden Betroffenen durchgeführt. Was den Inhalt betrifft, so geben Stellvertreter in der Stichprobe am ehesten Informationen über akute Probleme weiter, während chronische Erkrankungen oder Prävention seltener Thema sind. Die von den Stellvertretern gewählten Kanäle für den Informationsaustausch sind vielfältig. Obwohl einige Stellvertreter eindeutig entweder persönliche Gespräche, das Telefon oder bestimmte Instant-Messenger-Dienste bevorzugen, kombinieren die meisten von ihnen verschiedene Kanäle, um den Informationstransfer zu vertiefen. Hinsichtlich der Auswirkungen der Stellvertreterwahl haben wir drei Themenbereiche identifiziert: (a) gesundheitliche Folgen für die betroffene Person, (b) gesundheitsbezogene Handlungen beider Parteien und (c) Auswirkungen auf die Beziehungsdynamik. Beim Vergleich der verschiedenen Beziehungsarten und ihrer (nicht-)gemeinsamen Absichten stellen wir ein hohes Maß an Vertrauen und sozialer Unterstützung zwischen allen Arten von Paaren fest, aber auch Konflikte und Tabus. Dies deutet darauf hin, dass sich das Verhalten von Bezugspersonen oft nicht auf den Informationsaustausch beschränkt, sondern auch Hilfsmaßnahmen und Formen der informellen Pflege umfasst.

Studie

Proxysuche gesundheitsbezogener Informationen und die Auswirkung auf Beziehungen

Auftraggeber: Universität Bielefeld

Die Studie wurde von der Universität Bielefeld ausgeschrieben und in Zusammenarbeit mit der GIM durchgeführt.

Ziel der Studie

Ziel der Studie war es den Informationsaustausch, sowie die Art und Weise der Weitergabe der Informationen und die potenziellen Auswirkungen auf Beziehungsebene zwischen Proxysuchenden und Betroffenen zu explorieren.

Methodik

Die Datenerhebung erfolgte qualitativ anhand von n=53 Interviews mit Proxysuchenden (stellvertretenden Suchende) und n=25 Interviews mit Betroffenen von Krankheit. Dabei bildeten die n=25 Betroffenen von Krankheit eine Beziehungsdyade mit einer Person aus dem Sample der Proxysuchenden, indem fünf unterschiedliche Beziehungstypen dafür rekrutiert wurden: Partner:innen, Eltern, Kinder, Freund:innen sowie Nachbar:innen/Kolleg:innen.

Die anschließende inhaltsanalytische Auswertung erfolgte entlang eines deduktiv von Laswells Kommunikationsmodell abgeleiteten Kategoriensystems.

Hier geht es zur Studie